Noch vor 2 Wochen waren die Temperaturen sehr winterlich und auf Grund hoher Minusgrade viele kleinere Seen und Teiche fast gänzlich zugefroren. Insgesamt Bedingungen die bei vielen Lebewesen zu Verlusten führt, da sie kaum noch Nahrung finden. In dieser Zeit sind sie wenig aktiv, um Energie zu sparen und man sieht nur wenige Vögel. Dies gilt auch für den Graureiher der seine Nahrung an Seen, Weihern und Tümpeln findet. Hauptsächlich ernährt er sich von Fischen, Amphibien, Insekten, aber auch Mäusen, die er auf Wiesen und Feldern findet.

Sein Bestand ist auf Grund des Artenschutzes nicht mehr gefährdet und in vielen Teile Deutschlands ist er kein Zugvogel mehr, sondern das ganze Jahr über zu sehen.

Vor einigen Tagen begannen die Temperaturen durch den Einfluss von Luftströmungen aus der Sahara rapide zu steigen, wir liegen aktuell zwischen 15° und 20°C. Dies führte dann sofort zu reger Tätigkeit bei den Graureihern, denn sie hatten einiges aufzuholen.

Die Brutzeit beginnt beim Graureiher bereits Anfang Februar. Paare die sich jetzt finden, bleiben meist übers Jahr zusammen. Sie beginnen gemeinsam mit dem Nestbau, häufig übernehmen sie auch in Kolonien vorhandene Nester, die lediglich noch einmal ausgebessert werden müssen. Für den Nestbau verwenden sie kleinere und auch größere Äste und Zweige, die ein Partner in der Umgebung sucht. Die Horste sind insgesamt wenig stabil, daher muss eben jedes Jahr wieder instand gesetzt werden.

Eine große Kolonie befindet sich seit Jahren im Wuppertaler Zoo, zeitweilig befinden sich hier 50 Vögel und mehr. Auf den regelrecht weißen Wegen unter den Bäumen, wird dann vor herab fallendem Vogelkot gewarnt. Der Zoo hat einen großen und hohen Baumbestand, in der Umgebung gibt es viele kleine und größere Gewässer mit reichhaltigem Nahrungsangebot. Wenn alle Stricke reißen, versuchen einige Reiher den Seelöwen und Eselspinguinen im Zoo ihr Futter bei der regelmäßigen Fütterung streitig zu machen. Obwohl die Bebauung bis nah an die Brutbäume heran reicht, zeigen die Vögel so gut wie keine Scheu, also insgesamt recht gute Bedingungen!

Reiher werden im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif und zeigen dann auch ihre typischen Schmuckfedern am schwarzen Schopf, dem Hals, Brust und Rücken. Diese Federn werden bei der Balz und bei der Kopulation weit gespreizt. Der gelbe Augenring und der dolchartige, gelborange Schnabel vervollständigen das durchaus imposante Bild des Graureihers.

Die Körperlänge beträgt ca. 1m, die Flügelspannweite kann bis zu 1,9m betragen. Umso verwunderlicher, dass dieser doch große Vogel nur 1,5-2 kg Gewicht aufweist.

Ich hoffe es gelingt mir mit meinen Bildern die Schönheit dieser Tiere zu zeigen und ihr Interesse an dieser Spezies zu wecken.

Die Aufnahmen in dieser Galerie stammen fast komplett aus der Brutkolonie am Wuppertaler Zoo. Die Brennweite ging bis 840mm (Sigma 150-600mm plus 1,4fach Konverter von Canon). Auf Grund der großen Entfernung werden diese Brennweiten auch benötigt. Alle Aufnahmen wurden aus der Hand gemacht, das erklärt die durchweg kurzen Belichtungszeiten.

Die schnell wachsende Vegetation am Wuppertaler Zoo erlaubt auch in diesem Jahr keinen Blick auf die Nestlinge. Dafür hatte ich am Elbsee Glück, wieder mit einer Brennweite von 840mm (aus der Hand), gelangen mir Fotos von Jungvögeln. 

Jetzt Ende Mai sind überall die jungen Reiher an den Seen und Teichen zu finden. Auf der vorletzten Aufnahme, vom Aprather Mühlenteich, sind 7 Graureiher zu sehen. Die Jungvögel müssen sich jetzt selber versorgen und sind fleissig auf der Suche.

Graureiher, eine neue Generation

10.02—28.05.21

In der Brutkolonie der Graureiher am Wuppertaler Zoo ist wieder Leben eingekehrt!
Graureiher am Elbsee warten auf Tauwetter
Vielleicht ist hier im Fluss ein Fang zu machen
Vielleicht ist hier im Fluss ein Fang zu machen
Noch ist viel Platz in der Kolonie
Noch ist viel Platz in der Kolonie
2 Tage später wird es aber schon eng
2 Tage später wird es aber schon eng
Einige suchen den Partner in der Ferne
Einige suchen den Partner in der Ferne
Andere schauen schon kritisch im Umfeld
Andere schauen schon kritisch im Umfeld
Mit diesem Nest ist noch kein Staat zu machen
Mit diesem Nest ist noch kein Staat zu machen
Auf gehts, Nistmaterial muss gesucht werden
Auf gehts, Nistmaterial muss gesucht werden
Jetzt müssen die Nester ausgebessert werden
Jetzt müssen die Nester ausgebessert werden
Manche Äste sind klein
Manche Äste sind klein
... andere groß!
... andere groß!
Die ganze Kolonie ist in Bewegung
Die ganze Kolonie ist in Bewegung
Da hat doch einer die Abwesenheit ausgenutzt!
Da hat doch einer die Abwesenheit ausgenutzt!
Wenn die Augen groß werden, sind die Reiher stark erregt
Wenn die Augen groß werden, sind die Reiher stark erregt
Bei der Balz wird der Kopf gen Himmel gereckt.
Bei der Balz wird der Kopf gen Himmel gereckt.
Man ist zärtlich zu einander
Man ist zärtlich zu einander
Jetzt ist es bald soweit
Jetzt ist es bald soweit
Die Kopulation beginnt, 22. Februar
Die Kopulation beginnt, 22. Februar
So könnte es klappen
So könnte es klappen
Nicht so einfach die Balance zu halten
Nicht so einfach die Balance zu halten